Programm

27.09.2017 - 19:30

Donat Fisch Quartett

Donat Fisch Quartett Foto: Uli Nusko
27.09.2017 - 19:30

Donat Fisch Quartett

Donat Fisch, ts & as
Andy Scherrer, ts
Bänz Oester, b
Norbert Pfammatter, dr

Statt ein neues Projekt nach dem anderen aus dem Hut zu zaubern, findet Fisch immer wieder neue Nischen innerhalb seiner hochgradig eigenständigen Musik, die zwischen folkloristischer Einfachheit und scharfsinniger Komplexität oszilliert. So fügt er nun seinem Trio, mit dem er das famose Unit-Album «Live im Bird’s Eye» aufgenommen hat, eine zweite Saxofon-Stimme hinzu - und zwar nicht irgendeine, sondern diejenige von Andy Scherrer, der einst sein Lehrmeister war und dem er jetzt auf gleicher Augenhöhe begegnet. Gespannt und gebannt verfolgt man, wie sich Scherrer in die Trio-Konstellation einfügt, nämlich so überzeugend, dass wir es tatsächlich mit einem neuen Quartett zu tun haben und nicht mit einem Trio plus Gast. 

Es mag hochtrabend klingen, aber falsch ist es trotzdem nicht, von einem Gipfeltreffen der Grossmeister zu sprechen. Dass Fisch und Scherrer zur Sorte Mensch gehören, die ihr Licht bescheiden unter den Scheffel zu stellen pflegt, ändert nichts an der Tatsache, dass sie als Saxofonisten den Vergleich mit weitaus berühmteren Kollegen aus Übersee keineswegs zu scheuen brauchen.

Gemeinsam verfügen Fisch und Scherrer über eine geradezu enzyklopädische Kenntnis saxofonistischer Ausdrucksmöglichkeiten - ihr vielschichtiges Spiel verströmt authentische Weisheit, weil man ihm nach ein paar wenigen Tönen anmerkt, dass hier grosse Vorbilder nicht zitiert, sondern transzendiert werden. Ähnliches liesse sich über das herausragende «drum’n’bass»-Gespann Norbert Pfammatter / Bänz Oester sagen, das die beiden Saxofonisten beflügelt und auch solistisch brilliert. 

Auch im Jazz wird zuweilen ganz schön viel Bullshit verzapft. Das neue Fisch-Album „Lappland“ ist ein Anti-Bullshit-Statement par excellence. Hier sind Musiker am Werk, die nicht Phrasen dreschen, sondern ihr immenses Können dazu nutzen, essenzielle Aussagen zu machen. Dabei kommen sie mal ohne Umschweife zur Sache, mal bewegen sie sich in schwindelerregenden Spiralen aufs Ziel zu. Auf Effekthascherei und selbstverliebtes Virtuosentum wird mit souveräner Reife verzichtet.

Tom Gsteiger Februar 2010

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25.10.2017 - 19:30

Jellici/Baldes' Soundfields

Jellici/Baldes' Soundfields
25.10.2017 - 19:30

Jellici/Baldes' Soundfields

Johanna Jellici, voc & soundscaping
Jochen Baldes, ts / ss / bcl
Franz Hellmüller, g
André Buser, b
Tobias Hunziker, dr

Das aktuelle Bandprojekt von Johanna Jellici und Jochen Baldes erschafft jenseits von akademischen Skalenroutinen und technischem Elektrohokuspokus eine ganz eigene Musiksprache, die organisch Electronics und akustische Klangfarben miteinander verschmelzen lässt und so einen neuen Sound kreiert. Statt erwartbarer Schemata gibt es überraschende Verknüpfungen von Komposition und Improvisation, getragen von subtilen rhythmischen Strukturen, Grooves und elektronischen Soundscapes. Kunstvolle Einfachheit trifft auf einprägsame Hymnik und versprüht eine Leichtigkeit, die nicht nur vom traumwandlerischen Dialog von Gesang und Saxophon und dem feinen Gewebe der Rhythmusgruppe lebt, sondern auch von den komplexen und doch leicht anmutenden Kompositionen von Baldes.

«SOUNDFIELDS» ist verschwenderisch mit seinen Ideen und alles andere als ein one-trick pony: jedes Stück entwickelt eine eigene Atmosphäre, ob Nature‘s Dance mit seinen fernen Echos einer zeitgenössischen Naturromantik oder das urban-technoid anmutende Change. «SOUNDFIELDS» präsentiert sich als ein Ensemble der Solisten, das eingefahrene Jazz-Klischees hinter sich läßt und sich beim allmählichen Verfertigen der Gedanken beim Spielen auf die Suche macht nach einem unverwechselbaren Ausdruck für eine Musik unseres digitalen Zeitalters, eine neue Melange von elektronischen Soundscapes und genuinem Jazz.

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29.11.2017 - 19:30 Ko-Produktion mit Unerhört! Festival Doppelkonzert:

Michael Arbenz & Big Band der Hochschule Luzern - Musik "Symphonic Bop"

Max Andrzejewski’s Hütte and The Homegrown Organic Gospel Choir
Michael Arbenz & Big Band der Hochschule Luzern - Musik Foto: zvg
29.11.2017 - 19:30 Ko-Produktion mit Unerhört! Festival Doppelkonzert:

Michael Arbenz & Big Band der Hochschule Luzern - Musik "Symphonic Bop"

Michael Arbenz, p & comp
David Grottschreiber, cond
Big Band der Hochschule Luzern - Musik

Mit seiner völlig ausgeglichenen Verwurzelung in der klassischen Musik wie in der Jazz- und Improvisationskultur weist die Biografie des Schweizer Pianisten und Komponisten Michael Arbenz Eigenheiten auf, die für einen Musiker seiner Generation noch durchaus ungewöhnlich waren. Wer in Projekten einerseits so selbstverständlich mit Heinz Holliger, Kent Nagano und Paul Sacher wie andererseits mit Dave Liebmann oder Greg Osby zusammenarbeitet, kann sich tatsächlich als mit allen Wassern gewaschen bezeichnen. Für eben diesen stilistisch übergreifenden Standpunkt und die bewundernswerte Sicherheit, mit der Arbenz die verschiedenen Welten zu verschmelzen versteht, wurde er im Jahr 2000 mit dem European Award of Culture geehrt. Dass er genau diese Verschmelzung der Idiome mit der Luzerner Big Band zu zelebrieren gedenkt, ist uns ein besonderes Vergnügen, und kaum ein Arrangeur bzw. Komponist wird ihm in diesem spezifischen Genre das Wasser reichen können!

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Foto: Dovile Sermokas

Max Andrzejewski’s Hütte and The Homegrown Organic Gospel Choir

Winnie Brückner, voc
Zola Mennenöh, voc
Stephen Moult, voc
Tobias Christl, voc
Johannes Schleiermacher, sax
Tobias Hoffmann, g
Andreas Lang, b
Max Andrzejewski, dr

Jetzt wird die Hütte erst richtig voll. Max Andrzejewski ́s HÜTTE and The Homegrown Organic Gospel Choir ist die Zusammenführung des jungen, preisgekrönten Berliner Jazzquartetts HÜTTE (Neuer Deutscher Jazzpreis 2013) mit einem Gospelchor aus starken Gesangssolist*innen - auf Tour mit 4 Sänger*innen. Die Musik ist eine Liebeshochzeit von Gospel und Contemporary/FreeJazz. „Kaum eine andere junge Jazzband hat in den letzten Jahren in Deutschland so viel Aufsehen erregt wie Max Andrzejewskis Hütte”, sagt Wolf Kampmann.

Hütte forscht musikalisch nach der Metapher des Essens - des lebenserhaltenden und unmittelbaren Genusses - der Freude, der Hoffnung, der Erlösung, welche auch in der Kulinarik innewohnen, stehen – gnostisch, manichäistisch – die Leiden gegenüber, die immanenten: Verzweiflung, Reue, Schmerz, Übelkeit, die Last des Körpers, der Fluch des Übermaßes, der Selbstekel und die Kasteiung.

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Musik

20.12.2017 - 19:30

Das Hausquartett

Das Hausquartett
20.12.2017 - 19:30

Das Hausquartett

Christoph Grab, s
Christoph Baumann, p
Hämi Hämmerli, b
Tony Renold, dr

Das „Hausquartett“ der UnvermeidBar in Baden ist ein über Jahre zusammengewachsenes, hochflexibles Ensemble, das von lyrischen Zwischentönen bis hin zu explosiven Grooves die ganze Klang-Pallette des zeitgenössischen Jazz aus dem Effeff beherrscht und auf ganz persönliche Art und Weise einsetzt. Eine kompakte Band, die starke Stimmen der Schweizer Jazzszene vereinigt, ohne sie dem Kollektiv unterzuordnen und doch aus einem Guss daherkommt. Der Charme und die Frische dieser Band, ihre lustvolle und intelligente Interaktion, die sich nicht als musikalisches Hin-und-her, sondern als gemeinsames Gestalten der musikalischen Erzählung versteht, machen diese Band zu einem leuchtenden Beispiel dafür, dass der Jazz lebendiger ist denn je.

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